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Unsere Leitideen

 

Bewährte heilpädagogische Ansätze

Dazu gehören die von Paul Moor beschriebenen Grundsätze:

„Erst verstehen – dann erziehen“


Die meisten Kinder, die sonderpädagogischer Betreuung bedürfen, haben Kränkungen und Misserfolge erlebt. Speziell das Lernen ist für sie oft mit belastenden Gefühlen verknüpft. Daraus können Folgeprobleme im Umgang mit den Mitmenschen erwachsen. Es gehört zu den Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit, die Kinder und Jugendlichen in ihrem bisherigen Gewordensein zu erfassen und zu verstehen. Daraus ergibt sich die förderdiagnostische Planung für den Aufbau stofflicher und sozialer Kompetenzen.

“Nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende“

In der Arbeit mit unseren Schülerinnen und Schülern setzen wir an deren Stärken an.  Daraus ergibt sich ein Förderkonzept, das an den Ressourcen der Kinder ansetzt, diese stärkt und festigt. In kontinuierlicher und geduldiger Aufbauarbeit werden die Kinder an Gebiete herangeführt, in denen sie bis anhin versagt haben. Auf diese Weise wird das Spektrum der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder erweitert.  

“Nicht nur das Kind, sondern auch seine Umgebung ist zu erziehen“

Heilpädagogische Arbeit steht nie im luftleeren Raum. Das Kind lebt in einem familiären Umfeld, das nach Möglichkeit in unsere Arbeit einbezogen oder zumindest mitgedacht werden soll. Jedes Kind steht in einem Beziehungsnetz von Elternhaus, Schule, Gesellschaft und Kultur und muss als Teil dessen verstanden werden. Eine erfolgreiche Aufbauarbeit fördert nicht nur die individuelle Entwicklung des Kindes, sondern unterstützt und begleitet es in seinem weiteren sozialen Umfeld. Aus diesem Grunde legen wir grossen Wert auf eine bündige und konstruktive Zusammenarbeit mit den Eltern.

Erkenntnisse der modernen Sonderpädagogik

Entsprechend dem heutigen Forschungsstand unterscheiden sich unsere Schülerinnen und Schüler nicht grundsätzlich von anderen Kindern und Jugendlichen, sondern vor allem durch ihre besonderen Bedürfnisse. Bevor sie an unsere Schule kommen, werden deshalb viele von ihnen integrativ beschult.

Für unsere Schülerinnen und Schüler ist jedoch eine intensivere Förderung in einem speziellen Rahmen für einen kürzeren oder längeren Zeitraum angezeigt. Dies bedeutet für sie, dass sie ihr bisheriges schulisches Umfeld und Beziehungsnetz verlassen müssen. Viele Kinder und Eltern sehen das als Chance für einen Neuanfang. Wir erachten es jedoch auch als wichtig, dass der Kontakt und auch der Vergleich mit Schülern und Schülerinnen der Regelschule erhalten bleibt und die sonderpädagogische Förderung nicht in einem ausschliesslich geschützten Rahmen geschieht. Dieser Kontakt wird von der Sonderpädagogischen Tagesschule Toblerstrasse bewusst gesucht und gepflegt.

Für unsere Schülerinnen und Schüler ist das in einem ausgeprägten Masse verwirklicht in der Zusammenarbeit mit der im gleichen Haus ansässigen „Privatschule Toblerstrasse“. Dadurch bleiben unsere Kinder und Jugendlichen weitgehend in einem Umfeld mit Regelschülern integriert, und es ergeben sich viele für beide Seiten pädagogisch wertvolle Berührungspunkte.  

Ergebnisse der Individual-, Entwicklungs- und Lernpsychologie

Ergänzend zu den bisher dargestellten Grundlagen bezieht die Sonderpädagogische Tagesschule Toblerstrasse auch Ergebnisse der Individual-, Lern- und Entwicklungspsychologie in ihre pädagogische Arbeit mit ein.  

Individualpsychologie

Aus individualpsychologischer Sicht wird die Lernbiografie des  Kindes in einen lebensgeschichtlichen Zusammenhang eingebettet. Es ist uns deshalb wichtig, unsere Schüler und Schülerinnen in der Gesamtheit ihres Gewordenseins und als Teil ihres familiären und sozialen Umfeldes zu verstehen. Daraus ergeben sich wichtige Grundlagen für die heilpädagogische Arbeit.

Dazu gehört auch der pädagogisch ermutigende Ansatz, der an den Stärken des Kindes ansetzt und es da abholt, wo es steht. Viele Kinder und Jugendliche, die an unsere Schule kommen, tragen eine ausgeprägte Entmutigung mit sich. Speziell das Lernen ist für sie oft mit belastenden Gefühlen verknüpft, aus denen sich als Sekundärstörungen wiederum Probleme mit sich selbst und dem Umgang mit den Mitmenschen ergeben können.

Aus individualpsychologischer Sicht ist deshalb die Ermutigung ein wichtiger Bestandteil heilpädagogischer Arbeit. Zu unseren pädagogischen Grundhaltungen gehört es darum, den Kindern durch einfühlsame und tatkräftige Unterstützung zum Lernerfolg zu verhelfen, sie dadurch in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken und zu einem freundschaftlichen Umgang mit Mitschülerinnen, Mitschülern und Erwachsenen anzuleiten. Dabei bauen wir auf eine gute und anregende Zusammenarbeit mit den Eltern.

Entwicklungspsychologie


Ein wichtiger Zweig der modernen Entwicklungspsychologie untersucht die Bedeutung frühkindlicher Beziehungen (Bindungstheorie) für die seelische Entwicklung des Kindes. Ebenso gründlich wird daran geforscht welche Schutzfaktoren (Resilienzforschung) Kinder aus benachteiligten und gefährdeten Familien vor einer problematischen Entwicklung bewahren können.

Daraus ergeben sich wichtige Ansatzpunkte für unsere sonderpädagogische Arbeit. Beide Forschungszweige (Bindungstheorie und Resilienzforschung) betonen die Bedeutung einer verbindlichen Beziehung für die gesunde seelische Entwicklung eines Kindes (J. Bowlby, M. Ainsworth,  K.u.K. Grossmann, K. Brisch, E. Werner u.a.).

Ein gewichtiges Element unserer pädagogischen Arbeit ist deshalb eine tragfähige, vertrauensvolle Beziehung zwischen der Lehrperson und den Kindern. Sie bildet das gefühlsmässige Fundament für die tägliche Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Dabei ist es uns wichtig, deren Entwicklung sorgfältig zu beobachten und darauf hinzuwirken, dass sie ihre Stärken ausbauen und über ihre Defizite hinauswachsen können.

 

Lernpsychologie


In unserer täglichen Unterrichtsgestaltung beziehen wir auch Ergebnisse der Lernpsychologie über psychologische Vorgänge des Lernens und die kognitiven Prozesse mit ein. Spezielles Gewicht erhält die Lernpsychologie bei der Anleitung zur gewaltfreien Konfliktlösung.

Viele Kinder, die in unsere Schule eintreten, verfügen nur in eingeschränktem Masse über angemessene zwischenmenschliche Kommunikationsformen und friedliche Formen der Konfliktlösung. Hier verstehen wir es als eine unserer Aufgaben, den Kindern in Anlehnung an die Lerntheorie (Bandura) Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktlösungen zu vermitteln. Dabei verstehen sich unsere Lehrkräfte auch als positive Rollenmodelle für unsere Schülerinnen und Schüler.